Zucker- das Gift der Neuzeit

Ich schreibe diesen Artikel über Zucker, weil ich die Dringlichkeit darin sehe. Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung, welchen Schaden Zucker anrichten kann. Auch sehe ich den arglosen und besorgniserregenden Umgang mit Zucker in meiner Umgebung.

Ich persönlich hatte als Kind oft eine eitrige Angina, als Folge meines Zuckerkonsums. Dabei beobachtete ich, wie es mir schnell besser ging, wenn ich nichts Süßes konsumierte. Seit ich im Jugendalter den Zucker als Ursache für meine Beschwerden dingfest machen konnte, blieben mir die Halsschmerzen und sämtliche Beschwerden fern. Die Umstellung auf „zuckerfrei“ war ein langer, aber ein umso erfolgreicher Prozess. Und ich muss sagen, es ist ein steiniger Weg, um schlechte Ernährungsgewohnheiten los zu werden!

Es ist der Zucker, der uns alle krank macht und uns vergiftet. Der Zucker ist Nährboden für alle Bakterien, Viren und Pilze. Wenn wir Zucker essen, beginnt im Mund die erste negative Reaktion- der Zucker greift nicht nur unsere Zähne an (der Zahnschmelz ist die härteste Substanz in unserem Köper!) sondern auch unsere Schleimhäute. Diese wird durchlässiger für sämtliche Eindringlinge, wie Streptokokken. Diese verursachen, wie so oft, eine Angina.

Wenn Zucker unsere Zähne schon angreift, was passiert dann erst mit unserem Darm?

Zucker stört das Gleichgewicht gesunder und ungesunder Bakterien im Darm. Man züchtet sich schlechte Bakterienkulturen heran, die zu Unverträglichkeiten, Problemen und Stimmungsschwankungen führen können.

 

Allgemeines

Der Haushaltszucker besteht aus zwei Teilen Zucker, Fructose (Fruchtzucker) und einem Teil Glucose (Traubenzucker).

Glucose verwertet der Körper mit Hilfe des Hormons Insulin. Unser Körper benötigt die Glucose als Energielieferant.

Für die Fructose hat unser Körper eigentlich keinen Bedarf. Dieser wird in der Leber zu Fett umgewandelt und dort gespeichert, weil er schneller für die Produktion von Fettsäuren zur Verfügung steht. Fructose wird auf normalem Weg durch die Dünndarmzellen aus der Nahrung aufgenommen und steht dann als Energiespender zur Verfügung. Hat jemand einen beeinträchtigten Dünndarm (z.B. Gluten-Sensibilität) kann es zu einer Fructose- Unverträglichkeit kommen.
Ein Teil der Fructose gelangt unverdaut bis in den Dickdarm. Darmbakterien im Dickdarm verwerten die Fructose, dadurch entstehen Methangase, die unseren Bauch aufblähen.

Fazit: Fructose macht dick, denn sie wird in Fett umgewandelt und in den Fettdepots gelagert, sie verhindert die Fettverbrennung bei gleichzeitig vermehrtem Fettaufbau und blockiert das Sättigungsgefühl.

 

Wieviel brauchen wir?

Die Zellen unseres Körpers benötigen viel Energie, damit unsere Grundfunktionen aufrechterhalten werden.  Als Treibstoff braucht unser Körper Zucker, in Form von Traubenzucker, auch Glucose genannt.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 6 Teelöffel (25g) Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln pro Tag. Heutzutage verbrauchen wir durchschnittlich 24 Teelöffel (100g) Zucker.

Zwischen 60 und 140 Milligramm Traubenzucker sind normalerweise pro 100 Milliliter Blut enthalten. Das würde zwei Teelöffeln entsprechen.

Falls größere Mengen Zucker konsumiert werden, landet  dieser Zucker als Speicherzucker (Glykogen) in den Zellen: Bis zu 450 Gramm Glykogen lagern sich in den Zellen ein.

Der Körper holt sich in Notzeiten die Energie zunächst aus Zuckerspeichern. Selbst wenn wir schlafen, und wir länger nichts mehr gegessen haben, greift unser Organismus auf Glykogen zurück. Im Bedarfsfall vermag unser Körper das Glykogen in der Leber wieder zu Traubenzucker umzuwandeln.

Wenn wir uns bewegen, im Idealfall Sport betreiben, bauen unsere Muskeln Glykogen ab, weil sie selbst Energie benötigen. Überschüssiger Zucker lagert sich in Fettdepots und in den Zellen ein.  Die Speicherkapazität für Glykogen hält etwa 24 Stunden. Unser Gehirn und unser Blut verwenden nur Traubenzucker zur Energiegewinnung.

 

Zucker Fakten:

  • Zucker löst im Gehirn die gleichen Reaktionen aus wie Nikotin, Kokain und Morphine
  • Auf der Zutatenliste von Lebensmittelverpackungen wird nur die Saccherose als Zucker deklariert.
    Achten Sie auf die Zutatenliste der Produkte: Alles, was auf „-ose“ endet, ist Zucker.
  • „Zuckerfrei“- auf Fertigprodukten gibt es nicht. Denn laut Gesetz darf 0,5 g Zucker auf 100 g zugeführt   werden.   Selbst hier wird zum Beispiel künstlicher Zucker nicht als Zucker gewertet.
  • Zucker führt zu Fettsucht, Herzkrankheiten, Leber- und Stoffwechselproblemen. Zucker bringt uns nicht nur aus der Form, sondern macht uns auch anfällig für Infektionen.
  • Zucker lässt den Harnsäurespiegel im Blut steigen. Ein erhöhter Harnsäurespiegel fördert Entzündungen und Insulinresistenz.
  • Zuviel Insulin beeinträchtigt auch das Leptin, ein Hormon, das als natürliche Essbremse wirkt. Bei einem unausgewogenen Insulin-Haushalt erhält der Körper dieses Signal nicht mehr.
  • Zu viel Fructose kann zu einem Reizdarm führen, da Zuckermoleküle im Darm direkt vergoren werden und zu Blähungen und gravierenden Beschwerden führen können.

 

Zucker und seine Namen:

  • Aspartam (der Süßstoff mit Nebenwirkungen)
  • Erythritol (Erythrit, E 968). Industriell wird es aus Traubenzucker hergestellt, der aus der Stärke von Weizen oder Mais gewonnen wird. Durch die Hefe vergärt der Traubenzucker. Im weiteren Verlauf entstehen Erythrit-Kristalle die  gereinigt, und gefiltert werden.
  • Glucose (Dextrose, Traubenzucker) wird meist aus Maisstärke, Kartoffeln oder Weizen gewonnen.
  • Laktose (Milchzucker)
  • Maltodextrin (Dextrin) eine Zucker-Mischung aus Maltose und Dextrose, besitzt viele Kalorien mit wenig Eigengeschmack.
  • Maltose (Malzzucker) ein Abbauprodukt der Stärke. Es handelt sich um einen weißen, kristallinen Zweifachzucker
  • Reissirup – aus Glukose und Maltose
  • Steviolglycoside („Stevia“, E 960) Verwendet werden die Blätter der  Stevia- Pflanze, der ursprünglich aus Paraguay stammt. Die Blätter enthalten eine sehr hohe Süßkraft und haben praktisch keine Kalorien.
  • Saccharin (künstlicher Süßstoff)
  • Cyclamat (künstlicher Süßstoff, umstritten)
  • Sucralose (künstlicher Süßstoff, umstritten)
  • Kokosblütenzucker – besteht zu 97% aus Glucose & Fructose, entspricht normaler Saccharose
  • Lactitol (Lactit, E 966), künstlicher Süßstoff, der aus Lactose hergestellt wird, wirkt abführend.
  • Lactulose (Zweifachzucker) wirkt abführend
  • Polysaccharide wie Inulin oder Oligofruktose, Fruktane, Oligosaccharide (Vielfachzucker)
  • Saccharose (Haushaltszucker, Rohrzucker, Sucrose)
  • Xylit (E 967) Birkenholzzucker ist ein Zuckeraustauschstoff, der wirkt abführend. Die industrielle Gewinnung erfolgt heute vor allem aus Maiskolben. Xylit befindet sich in natürlicher Form in vielen Früchten, Beeren, Bäumen, Gemüse und Getreide.
  • Agavensirup. Der Agavensirup enthält zu 80% mehr Fructose als Haushaltszucker, und ist somit keine süße Alternative zum Zucker.
  • Ahornsirup.  Der gewonnene Sirup aus Ahornbäumen ist eine gesündere Alternative zum Zucker, denn er hat mit einen niedrigen glykämischen Index und er besitzt wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Fructose, Fructosesirup ist ein künstlich hergestellter Sirup- meist aus Mais, der in vielen Fertigprodukten Einsatz findet. Diesen Zucker sollte man unbedingt meiden, denn er führt unweigerlich zu schweren gesundheitlichen Problemen.
  • Honig besteht aus 80 % Zucker (davon 38% Fructose, 31% Glucose, sonstige…) besitzt 17 % Wasser. Da er viel Fructose besitzt, sollte man ihn sehr sparsam verwenden.
  • Invertzuckersirup besteht aus gleichen Teilen Glucose und Fructose. Hitze und Säure werden benötigt, um den Zucker in einfachen Traubenzucker und Fruchtzucker aufzuspalten. Der Geschmack und die Haltbarkeit von Lebensmitteln, werden dadurch aromatisiert.
  • Isomalt (E 953) Isomalt wird in verschiedenen zuckerfreien Lebensmitteln oder „light“-Produkten verwendet. Isomalt ist zahnfreundlich und lässt unseren Blutzuckerspiegel und Insulinspiegel kaum ansteigen.
  • Maissirup (Isoglukose) wird aus Maisstärke hergestellt. Er gehört zur Kategorie  Fructose-Lactose-Sirup und wird zum Fruchtzucker gezählt.  Das Sättigungsgefühl setzt bei diesem Zucker aus.
  • Maltitol (Maltit, E 965, Maltitol-Sirup)
  • Mannitol (Mannit, E 421)
  • Sorbitol (Sorbit, E 420)

 

 

Warum ist gerade Fruchtzucker schlecht für uns?

Lange Zeit war man der Ansicht, dass der Fruchtzucker gesund sei, denn schließlich kommt er in rauen Mengen im frischen Obst vor. Konsumieren wir rohes unbehandeltes Obst, äußert sich das nicht negativ aus, auf unseren Organismus, da er sekundäre Stoffe besitzt, die sich an die Zuckermoleküle klammern den raschen  Abbau hemmen. Die Tatsache, dass er insulinunabhängig verwertet wird, kam seinem Ruf als gesunder Zucker nach. Was wir wissen sollten ist, dass Fruchtzucker in industriell verarbeiteten Produkten nicht von Früchten stammt, sondern von Mais.  Die Fructose besitzt genauso viele Kalorien wie Traubenzucker. Anders als Traubenzucker, der sofort ins Blut übergeht und als direkter Energiespender verwertet wird, besitzt der Fruchtzucker keine nennenswerten Vorteile. Viel schlimmer noch! Dieser Fruchtzucker wird in unserer Leber zu Fett umgewandelt. Dieses Fett gelangt zurück in den Blutkreislauf und erhöht hier nicht nur die Blutfett- und Cholesterinwerte, sondern wird in Fettdepots eingelagert. Inzwischen weiß man, dass der Fruchtzucker der große Initiator ist für viele Krankheiten, wie die Fettleber. Hat man dann eine Fettleber, folgen irreparable Stoffwechselerkrankungen.

Unser Körper ist auf die Zufuhr von Fructose nicht angewiesen. Leider ist in industriell abgefertigten Produkten mittlerweile überall Fructose beigemengt. Immer mehr jüngere Menschen leiden unter Diabetes. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Zuckerkrankheit. Vermehrt treten bestimmte Krebserkrankungen mit dem Unvermögen auf, Zucker richtig abzubauen. Der Krebs selbst- jawohl er liebt den Fruchtzucker auch!

Wissenschaftler mutmaßen, dass hoher Zuckerkonsum mit Alzheimer in Verbindung steht. Sie sagen, Alzheimer sei Diabetes im Gehirn.

Bunch of ripe grapes.

Vorsicht bei Obst und Gemüse

Obst heutzutage muss man mit kritischem Blick sehen. Gewisse Früchte wie beispielsweise Trauben, wurden gezüchtet, um die Kerne los zu werden und gleichzeitig um den Zucker Anteil  zu erhöhen. Selbiges gilt auch für viel andere Früchte und Gemüsesorten, denen wichtige Begleitstoffe, die der Körper zur Verarbeitung des Zuckers bräuchte, weggezüchtet wurden. (Zuckermais, Zuckerrüben…)

Zucker lässt uns alt aussehen

Was passiert, wenn wir zu viel Zucker konsumieren?

Grund dafür ist die Glykation (Verzuckerung). Dieser Prozess der Verzuckerung tritt ein, wenn der  Blutzuckerspiegel häufig erhöht ist, und führt dazu, dass Proteine sich mit Zuckermolekülen verbinden und miteinander verkleben. Durch diese biochemische Reaktion entstehen sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts), die der Körper als Fremdkörper wahrnimmt und gegen die er Antikörper produziert.  Entzündungsreaktionen,  die mit einer Verhärtung von Kollagenfasern einhergehen, sind die Folge.

Das heißt, dass die Zellstrukturen in unserer Haut verzuckern. Diese Verzuckerung nimmt unserer Haut die Elastizität, sie wird trockener und unflexibler. Wir neigen zu Hautunreinheiten wie Mitesser und Pickel. Mit gesteigertem Zuckerkonsum steigt auch die Schlaffheit unseres Gewebes und wir bekommen Falten. Altersflecken, Akne oder andere Hautleiden entstehen.

„Zu viel Zucker, auch in Form von Weißmehl und anderen schnell verfügbaren Zuckerarten, erhöht sehr schnell den Blutzuckerspiegel. Der Körper schüttet Insulin aus, um den Zucker aus dem Blut zu entfernen. Bleibt der Blutzuckerspiegel nun für lange Zeit auf diesem hohen Niveau geht das auch an der Haut nicht spurlos vorüber! Durch Zucker Ablagerungen werden Kollagen- und Elastinfasern verbunden und verlieren somit rasch ihre Elastizität, was Falten verursachen kann.“

(Zitat aus dem codecheck.info)

 

Auf was müssen wir achten?

  • Wir müssen darauf achten, dass Blutzuckerspitzen nicht erreicht werden. Das geht nur, wenn man raffinierte Zuckerprodukte, Weißmehlerzeugnisse, Fertigprodukte oder kohlenhydratreiche Nahrung meiden oder sehr reduzieren.
  • Im Allgemeinen raten wir zu einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Das heißt, wir essen nur wenn wir Hunger haben.
  • Wir kochen selbst zu und verwenden hierfür nur frische Zutaten.
  • Wir brauchen keine süße Nachspeise.
  • Wir empfehlen, an zwei Tagen in der Woche das Abendessen zu streichen. Denn unser Körper braucht Ruhephasen und Verdauungspausen, nur so hat er Zeit sich zu regenerieren.
  • Wenn man viel konsumiert- muss man sich viel bewegen. Daher ist Bewegung unbedingt erforderlich!
  • Für viele ist Zucker eine Art Belohnung. Dopamin wird ausgeschüttet, außerdem setzt der Körper Endorphine frei, körpereigene Opiate. Auf diese Weise trägt die Schokolade zur guten Laune bei. Wenn man unserem Gehirn keinen Ersatz bietet, dann wird es schwer. Idealerweise ersetzt man Süßes mit einer sportlichen Aktivität. Denn das Gehirn schüttet in beiden Fällen Dopamin aus- Glücksgefühle.

 

Kurz zusammengefasst:

Zucker > macht unsere Schleimhäute durchlässiger für krankmachende Keime> Entzündungen können so leichter entstehen> aus unbehandelten Entzündungen werden Geschwüre> aus Geschwüren entwickelt sich Krebs> Krebs gedeiht prächtig im sauren Milieu, den Zucker schafft > Krebs ernährt sich von Fruchtzucker.

 

Quellen:

zentrum-der-gesundheit.de, codecheck.info, wikipedia, „Die bittere Wahrheit über Zucker“ von Prof.Robert Lustig.

Foto: fotolia

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