Besser glutenfrei

Viel wurde und wird über Gluten geredet. Man spricht von einem Ernährungs- Hype und von der Gluten-Einbildung. Die Gluten- Unverträglichkeit wird als ein sinnloser Ernährungstrend abgetan. Mag für viele so sein, doch für zahlreiche Menschen bedeutet glutenfrei sein- das Wiedererlangen ihres Wohlbefindens.

Fallbeispiel einer jungen Mutter:

„Ich bin selbst glutensensitiv und nur durch einen glücklichen Zufall darauf gekommen. Bevor ich eine Unverträglichkeit ausmachen konnte, hatte ich gut 7 Jahre lang mit Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten und massivem Unwohlsein zu kämpfen. Jeder Tag war eine Qual und eine Herausforderung für mich. Ich begab mich in Behandlung eines Energetikers, der mich mit Akupunktur und Akupressur behandelte. Für eine gewisse Zeit ging es mir einigermaßen gut. Doch nach 3 Jahren kamen meine Beschwerden wieder und stärker. Ich war innerlich verzweifelt. Ein  Internist legte aufgrund eines großen Blutbefundes die Vermutung nahe- es könnte eine Borreliose Erkrankung sein. Eine 2 wöchige Antibiotikabehandlung folgte. Doch es gab kaum Besserung, der Schwindel blieb und als mein Zustand schlechter wurde, ging ich zum Hausarzt.  Dieser verwies mich an eine Psychiaterin. Untersuchungen mit dem  Magnetresonanz  -Tomographen brachten kein Ergebnis. Es wäre ein psychosomatisches Problem, ich solle mich öfters in Gesellschaft mit Freunden begeben.

Ich war enttäuscht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass mir kein Arzt aufgrund meiner Symptomatik helfen könnte.  Ich versuchte die ganze Sache selbst in die Hand zu nehmen. Ich durchleuchtete meine Ernährung und versuchte mit Tees und Kapseln mir Linderung zu verschaffen- was mir einigermaßen gelang- doch mein Schwindel war hartnäckig.

Durch Zufall bekam ich das Buch Weizenwampe in die Hände. In diesem Buch wurden genau meine Symptome beschrieben. Seit diesem Buch bin ich nun glutenfrei. Und die Besserung vollzog sich spürbar schnell. Mein Gehirn war wieder klar und der Schwindel verschwand. Meine Arme schliefen nicht mehr ein.

Ich begab mich im Internet auf die Suche und kam auf die Seite „Zentrum der Gesundheit“, die ich jedem sehr empfehlen kann. Dort las ich erstmals über brainfog im Zusammenhang mit der Glutensensitivität, und das eine Glutenintoleranz mit einer Laktoseunverträglichkeit einhergeht. Ich war verblüfft, wie genau wiederum die Symptomatik beschrieben wurde, die auch auf mich zutraf. Seitdem bin ich auch laktosefrei und kleinere Beschwerden wie Taubheitsgefühle in den Fingerspitzen waren weg. Ich war auf einmal restlos beschwerdefrei!“

Was ist Gluten?

Gluten ist ein Eiweißgemisch, das je nach Getreidesorte unterschiedliche Proteine (Prolamine) enthält. In Bezug auf Weizen sind dies Gliadin und Glutenin.  Wenn sich diese Proteine bei Feuchtigkeit verbinden entsteht Gluten.

Warum ist  Gluten ein Thema?

Im menschlichen Darm wird Gluten aufgrund fehlender Enzyme nur unvollständig verdaut, sodass die verbleibenden Abbauprodukte eine Gluten-Unverträglichkeit auslösen können.

Weil das gezüchtete Hochleistungsgetreide, resistenter gegen Schädlinge ist und immer mehr Menschen das Gluten -Eiweiß nicht mehr vertragen.

Je höher der Glutengehalt, desto besser sind die Backeigenschaften des Mehles und je  höher die Gefahr eine Sensibilität gegen Gluten zu entwickeln.

Der Bestandteil Gliadin kann bei einigen Menschen nicht vollständig abgebaut werden. Ursache dafür: Gliadin ist gegen Verdauungsenzyme resistent und verursacht Entzündungsreaktionen im Organismus. Darüber hinaus kann Gliadin die Durchlässigkeit der Darmbarriere erhöhen und führt zu einer Ausschüttung von Zonulin im Darm. Eine Substanz, durch die sich die Zellzwischenräume des Darms öffnen. Dadurch können Substanzen in den Körper gelangen, die eigentlich den Darm nicht durchdringen sollten. Der Darm wird löchrig. Selbst bei Gesunden ist ein Anstieg des Zonulins nach dem Genuss von Weizen zu beobachten.

Man weiß, dass Gliadine im Darmtrakt in Exorphine (morphinähnliche Substanzen), aufgespalten werden und an den Opioidrezeptoren im Gehirn wirksam werden. So stellt sich ein schnell wieder ein Hungergefühl ein. (Das Gliadin steht im Verdacht Schizophrenie auszulösen)

Es ist für jeden Menschen kritisch, sich weizenreich zu ernähren. Bei empfindlichen Menschen lösen kleine Mengen schon Schwierigkeiten bis hin zu psychischen und neurologischen Störungen aus.

Nicht nur das Gluten ist schädlich.

Nicht nur das Klebeeiweiß Gluten kann Weizen unverträglich machen – auch eine Gruppe von Eiweißen, die Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) verursachen Beschwerden.

Dr. Arno Hausen, medizinischer Biochemiker,  der mit unserem Vater zusammenarbeitete, beschäftigte sich mit dem Thema Vollkorn und seinen giftigen Auswirkungen auf den Menschen. Er riet ab, Vollkornprodukte zu essen, da sie aufgrund des für Menschen unverträglichen Eiweißes eher schaden als nutzen.

Der Gastroenterologe Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan, einem der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Zöliakie entlarvt dieses Eiweiß, Adenosin-Triphosphat-Amylase (ATI) welches sich in fast allen Getreidearten befindet, als Auslöser für eine ganze Reihe von Beschwerden. ATI ist ein Insekten-Abwehrstoff, der in moderne Hochleistungssorten gezielt hineingezüchtet wurde, um das Korn resistenter gegen Schädlinge zu machen und somit den Ertrag zu steigern. So erklärt es sich, warum es heutzutage mehr Unverträglichkeiten gibt.

Es gibt drei Formen der Weizenunverträglichkeiten:

Zöliakie: Ist eine chronische Erkrankung, an der etwa 1 Prozent der Bevölkerung leidet. Das Immunsystem richtet sich gegen das körpereigene Enzym, das am Gluten-Stoffwechsel beteiligt ist, was letztlich zur Schädigung der  Dünndarmhaut bei Konsum von glutenhaltigen Nahrungsmitteln führt.

Weizenallergie: Betroffene reagieren allergisch auf Bestandteile des Weizens wie Albumin, Globulin oder auch Gluten. Als Nahrungsmittelallergie kann sie Symptome wie Magen-Darm-Beschwerden als Allergie beim Einatmen von Mehlstaub zu Asthma und Ekzemen führen. Zu den häufigsten Symptomen zählen Verdauungsprobleme, Asthma und atopische Dermatitis. Aber auch Müdigkeit, Augentränen oder Konzentrationsbeschwerden können durch eine Weizenallergie ausgelöst werden. Nachzuweisen ist sie durch Pricktest und IgE-Antikörper.

Weizensensitivität: Als sicher gilt, dass es sich bei diesem diffusen Krankheitsbild nicht um eine allergische oder autoimmune Erkrankung handelt, bei der der Konsum von weizenhaltigen Nahrungsmitteln Zöliakie verursachen kann. Viel eher wird das Immunsystem von im Weizen enthaltenen natürlichen Proteinen, sogenannte alpha-Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) aktiviert. Das ATI ist ein natürlicher Insektenabwehrstoff des Getreides. In den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr dieser Proteine in den Weizen oder anderen glutenhaltigen Getreidesorten hochgezüchtet, um das Getreide resistenter gegen Schädlinge zu machen.

Es gibt momentan keine Möglichkeit Weizensensitivität festzustellen. Sie Symptomatik lässt sich schwer einordnen- zu unspezifisch sind die Beschwerden. Bei einer Unverträglichkeit kommt es zu Entzündungsreaktionen im Darm, die zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, und unspezifischen Symptomen führen. Zu diesen zählen Symptome im Mund, Nase, Augen und Rachen auf (Schwellung, Jucken, Kratzgefühl) ebenso wie an der Haut der Lunge. Weitere unspezifische Störungen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Sehprobleme, Gehirnnebel mit Konzentrationsstörungen und Schwindel, Angststörungen,  Stimmungsschwankungen, Gleichgewichtsstörungen sowie Schwäche-, Kribbel- oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen können sich dazu gesellen.

Die Diagnose gestaltet sich schwierig, viele Ärzte erkennen die Weizensensitivität nicht als eigenständige Erkrankung an. Da die Symptomatik breit gefächert ist, leiden wahrscheinlich viel mehr Menschen an einer Unverträglichkeit, als vermuten lässt.

Die Gründe dafür haben wir oben bereits genannt: Die Glutensensitivität äußert sich in Symptomen, die genauso zu vielen anderen Krankheiten gehören könnten und die außerdem oft nicht – wie bei einer Allergie sofort nach Verzehr  auftreten, sondern auch erst später.

Die appetitanregende Wirkung von Weizen wird durch Gliadine freigesetzt. Diese Proteine im Weizengluten wurden stark modifiziert, um die Erträge zu steigern.

Nur wenige Veränderungen in der Aminosäuren-Zusammensetzung waren ausreichend, um aus Weizen einen Appetitanreger und Dickmacher zu machen. So haben Untersuchungen ergeben, dass der Verzehr von Weizenprodukten die tägliche Kalorienaufnahme um durchschnittlich 440 kcal erhöht.

Autistische Kinder leiden häufiger an einer Gluten- und Kaseinunverträglichkeit. Peptide im Gluten und Kasein bei Autisten können eine Immunreaktion hervorrufen, die sowohl eine Glutenunverträglichkeit als auch Verhaltensstörungen auslöst.

Getreide mit hohem Glutengehalt sind Dinkel, Weizen, Kamut, Emmer, Einkorn und Hartweizen. Roggen, Hafer und Gerste haben einen niedrigeren Anteil.

Getreidearten wie Teff, Hirse, Mais und Reis sowie Pseudogetreide wie Quinoa, Amarant und Buchweizen sind glutenfrei.

 

Quellen: wikipedia, Zentrum der Gesundheit, gesund.at, pharmazeutische Zeitung.de, docCheck.flexikon,  „Die Weizenwampe“ von Dr. William Davis

Foto: fotolia

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